IT Innovation Readiness Index Studienergebnisse: Industrie 4.0 ist in Deutschland angekommen - zumindest theoretisch.
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Industrie 4.0 kommt nur langsam ins Rollen

Industrie 4.0 oder die vierte industrielle Revolution ist in Deutschland angekommen. Zumindest in den Köpfen und damit theoretisch. Und vornehmlich in Konzernen. Doch der Mittelstand, Triebfeder der Wirtschaft hadert noch mit Unsicherheiten und den bevorstehenden Herausforderungen. Im Auftrag der Freudenberg IT hat das Marktforschungsinstitut Pierre Audoin Consultants (PAC) im Rahmen des IT Innovation Readiness Index den Industrie 4.0-Index für 2015 erhoben. Dieser beschreibt den Fortschritt der Digitalisierung in der fertigenden Industrie auf einer Skala von 0 bis 10 und ging in diesem Jahr erstmals leicht zurück auf 6,5 (2014: 6,6). Den Grund hierfür sehen PAC-Analysten bei begrifflichen Unsicherheiten und divergierenden Ansichten zu Industrie 4.0 in unterschiedlichen Unternehmensabteilungen. Konkret bedeutet das: Während die Möglichkeiten der Digitalisierung auf fertigungsnaher Ebene mit Interesse aufgenommen werden, zögert man im Management, ob und wann deren Einsatz wirklich nötig werde. Und dieses Hadern kann auf Dauer zum Problem werden.

Produktionsleiter treiben Digitalisierung voran

Bisher sind es vornehmlich Produktionsleiter, die sich dem Thema mit der nötigen Innovationsfreude stellen. Doch Industrie 4.0 dreht sich nicht nur um die horizontale Digitalisierung der Produktionstechnik. Nur die vertikale Vernetzung der Ebenen, Dezentralisierung der Fertigungsprozesse und Koppelung der Manufacturing Execution Systeme (MES) mit den bestehenden kaufmännischen Anwendungen (ERP) ermöglichen eine Selbstregulation in der Produktion und Transparenz in der Optimierung. Hier zeigt die Studie übrigens, dass – entgegen dem Durchschnittstrend – die Produktionsleiter sogar mehr intelligente Produktionsanlagen und Automatisierungen einsetzen, als es noch im Vorjahr der Fall war. Eine gute Entwicklung, doch eine weitere Ohrfeige für das Management.

Herausforderungen als Chancen verstehen

Natürlich ist das alles kein Selbstzweck und reine Prozessoptimierung noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Herausforderung und Chance ist es, inmitten dieser Wandlung neue Geschäftsmodelle und Managementansätze, sowie insgesamt neue Regeln für das Zusammenspiel zwischen Herstellern, Zulieferern und Kunden zu finden. Die nahtlose Vernetzung von Shop- zu Top-Floor-Ebene ist dafür lediglich die Grundvoraussetzung. Doch genau hier macht die Studie Mut, denn immer mehr Fertigungsbetriebe bereiten exakt diesen Schritt gerade vor.

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